Onejiru, Mamadee, Meli, Nicole Hadfield, Tamika, Noah Sow und Namusoke, das sind die SISTERS, die mit Afrobeat-Antrieb im Rücken ein paar Meilensteine der Musikgeschichte auf ihrem eigenen Spielbrett anordnen.

sisters_rgb.jpg

sisters-group-pic-2008-3-42x28cm-300dpi-by-laurence-voumard.jpg

2001 war es, als sich hierzulande zahlreiche afrodeutsche Künstlerinnen zu einem gemeinsamen musikalischen Statement zusammenschlossen. Mit zwei Songs waren sie damals auf dem “Lightkultur”-Album der “Brothers Keepers” vertreten.
Die damaligen “Sisters Keepers” haben sich zwischenzeitlich neu zusammengeschlossen und sich in SISTERS umbenannt.
Mit ihrer Mischung aus Disco, R´n´B, Soul, Hip Hop und Reggae und ihren sozial-politischen Texten beweisen die SISTERS eindeutig, dass sie keine gecastete Girl-Group, sondern ein Band sind, die aus erwachsenen und eigenständigen Musikerinnen besteht. Oder wie Produzent Matthias Arfmann es ausdrückte:

“Letztlich sind sie alle Bandleaderinnen und Komponistinnen. Alle haben die Fahrten im klapprigen Tourbus genauso wie Shows auf großen Bühnen schon erlebt. Selbstbewusste Frauen, keine willenlose Kreaturen der TV-Sender.”

Der Plan hinter dem SISTERS-Projekt war der, alle verschiedenen Blickwinkel der einzelnen beteiligten Frauen zu präsentieren, jede mit einem eigenen Text, jede mit ihrer ganz eigenen Realität und Sicht auf die Dinge. Dinge, die (noch) nicht gut laufen in der Republik. Der Aufruf für mehr Frauenpower und gemeinsames Unbequemsein.
Es sind dabei Songs entstanden, die auf die anonymen Opfer des Patriarchats, so genannte Nutten, so genannte Junkies, so genannte Alleinerziehende aufmerksam machen.
Neben der SISTERS-Band gibt es auch den Verein “Sisters e.V.”, der sich genau wie die Song-Aussagen unverblümt mit den Themen Gender, Rassismus, Bildungs- und Umweltpolitik und rechter Gewalt auseinandersetzt. So absolvierten die SISTERS mit Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung mehrere Schultouren mit dem Titel “Afrodeutsch” und diskutierten in vielen Schulen mit mehreren Hundert Schülerinnen und Schülern. Die SISTERS engagieren sich bei Konzerten ebenso wie im Rahmen von Podiumsdiskussionen und führen Hip Hop- und Gesangsworkshops durch.

Vor kurzem haben die 7 Vollblutmusikerinnen auf die Einladung des Goethe-Instiutes hin sogar eine sehr erfolgreiche Italien-Tournee absolviert.

Das Album “Gender Riots” wird am 22.08.2008 veröffentlicht.

Die Kämpfe finden also zunächst einmal nicht auf der Straße statt, sondern auf dem SISTERS-Album und auf der Konzerttour, die die sieben Musikerinnen am 25.09.08 auch ins Glashaus der arena führt.

“Nothing has changed – we are living in a man´s world”